Selbstvertrauen bei Kindern stärken. Wie KOBI Kinder auf ihrem Weg zu mehr Mut begleitet
„Mama, ich kann das nicht.“
„Was ist, wenn etwas passiert?“
„Ich traue mich nicht.“
Fast alle Eltern kennen solche Sätze.
Kinder müssen jeden Tag unglaublich viele neue Situationen bewältigen. Sie lernen, sich von ihren Eltern zu lösen, Freundschaften aufzubauen, Konflikte auszuhalten, vor anderen zu sprechen, Fehler zu machen und immer wieder Dinge auszuprobieren, die sie noch nicht kennen.
Manche Kinder stürzen sich scheinbar einfach ins nächste Abenteuer.
Andere brauchen etwas mehr Sicherheit.
Sie machen sich viele Gedanken, zweifeln schneller an sich oder ziehen sich zurück, wenn ihnen etwas schwierig erscheint.
Und genau dann wünschen sich Eltern häufig vor allem eines:
„Ich möchte meinem Kind helfen, an sich selbst zu glauben.“
Doch wie kann man das Selbstvertrauen eines Kindes stärken, ohne ständig zu sagen: „Du musst doch keine Angst haben“ oder „Du schaffst das schon“?
Genau aus dieser Frage ist KOBIs Welt entstanden.

Selbstvertrauen bei Kindern stärken - warum kleine Schritte so wichtig sind
Selbstvertrauen bei Kindern stärken, bedeutet nicht, dass ein Kind vor nichts Angst hat.
Ein selbstbewusstes Kind muss auch nicht immer laut, mutig oder besonders kontaktfreudig sein.
Viel wichtiger ist etwas anderes:
Ein Kind darf lernen: Ich kann mir selbst etwas zutrauen.
Es darf erleben, dass Unsicherheit dazugehört.
Dass Fehler passieren dürfen.
Dass es Situationen gibt, die zunächst schwierig wirken und dass man trotzdem einen Weg finden kann, mit ihnen umzugehen.
Dieses Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten entwickelt sich Schritt für Schritt.
Und manchmal brauchen Kinder dabei Unterstützung.
Wenn aus kleinen Sorgen große Gedanken werden
Kinder erleben Ängste und Sorgen anders als Erwachsene.
Für uns Erwachsene erscheint eine Situation vielleicht harmlos.
Für ein Kind kann sie riesengroß sein.
Ein Referat vor der Klasse.
Die erste Übernachtung bei einem Freund.
Eine bevorstehende Reise.
Der Schwimmunterricht.
Eine Klassenarbeit.
Alleine im eigenen Zimmer einschlafen.
Oder einfach die Sorge:
„Was ist, wenn ich das nicht schaffe?“
Sätze wie „Da brauchst du doch keine Angst zu haben“ sind meistens liebevoll gemeint.
Doch für das Kind ist die Angst in diesem Moment real.
Deshalb kann es hilfreicher sein, dem Kind Möglichkeiten zu geben, mit seinem Gefühl umzugehen.
Kinder verstehen Bilder anders als Erwachsene
Kinder denken, spielen und erleben in Bildern.
Ein kompliziertes Gespräch über Selbstwert, innere Ressourcen oder den Umgang mit Sorgen erreicht ein sechsjähriges Kind deshalb häufig weniger als eine Geschichte.
Ein mutiger Begleiter.
Ein besonderer Stein.
Ein geheimnisvoller Wald.
Ein Ort, an dem Sorgen für einen Moment abgegeben werden dürfen.
Oder ein Knopf, den man in Gedanken drücken kann, wenn man eine Extraportion Mut braucht.
Genau darin liegt die Idee hinter KOBI.

Wer ist KOBI?
KOBI ist ein kleiner Begleiter für Kinder im Alter von etwa 6 bis 10 Jahren.
In seinen Geschichten nimmt er Kinder mit auf besondere Fantasiereisen.
Dabei geht es nicht einfach nur darum, einer schönen Geschichte zuzuhören.
Die Kinder werden selbst Teil des Abenteuers.
Sie dürfen sich Dinge vorstellen, Entscheidungen treffen, ihre eigenen Stärken entdecken und erleben, dass bereits vieles in ihnen steckt, was sie für schwierige Situationen brauchen können.
KOBI sagt einem Kind nicht einfach:
„Sei mutig!“
Er nimmt es mit auf eine Reise, auf der es seinen eigenen Mut entdecken darf.
KOBI und der verlorene Mut
Das erste Abenteuer aus KOBIs Welt heißt:
„KOBI und der verlorene Mut“.
Auf dieser Reise begegnen Kinder verschiedenen Orten und Aufgaben.
Sie entdecken beispielsweise den Baum der Stärken.
Hier geht es darum wahrzunehmen:
Was kann ich eigentlich?
Was macht mich besonders?
Was habe ich vielleicht schon geschafft, obwohl ich vorher dachte, dass ich es nicht kann?
Denn Kinder sehen häufig sehr schnell, was ihnen noch nicht gelingt.
Ihre eigenen Stärken wahrzunehmen, fällt ihnen dagegen manchmal viel schwerer.
Der Wasserfall der Sorgen
Auch Sorgen dürfen in KOBIs Welt ihren Platz haben.
Denn das Ziel ist nicht, einem Kind zu vermitteln:
„Du darfst keine Angst haben.“
Angst gehört zum Leben.
Viel wichtiger ist die Frage:
Was kann ich tun, wenn eine Sorge plötzlich sehr groß wird?
Am Wasserfall der Sorgen dürfen Kinder sich vorstellen, belastende Gedanken für einen Moment loszulassen.
Nicht, weil Sorgen einfach weggezaubert werden können.
Sondern weil Kinder erleben dürfen, dass ein Gedanke nicht immer alles bestimmen muss.
Die Mutwerkstatt
Und dann gibt es natürlich noch einen ganz besonderen Ort:
die Mutwerkstatt.
Hier darf neuer Mut entstehen.
Nicht der riesengroße Superhelden-Mut.
Sondern der Mut für den nächsten kleinen Schritt.
Denn manchmal bedeutet mutig sein einfach:
eine Frage zu stellen.
Etwas Neues auszuprobieren.
„Nein“ zu sagen.
Vor anderen zu sprechen.
Noch einmal anzufangen.
Oder zuzugeben:
„Das macht mir gerade Angst.“

Der türkise Mutstein
Auf seiner Reise begegnet das Kind außerdem einem besonderen Begleiter:
dem türkisen Mutstein.
Er steht symbolisch für all das, was das Kind während seiner Reise entdeckt hat.
Die Idee dahinter ist einfach:
Kinder können sich Bilder und Symbole häufig besonders gut merken.
Wenn später eine schwierige Situation auftaucht, kann die Erinnerung an den Mutstein dabei helfen, sich wieder an das eigene Gefühl von Stärke und Sicherheit zu erinnern.
Der Mut kommt dabei nicht aus einem Stein.
Er war die ganze Zeit im Kind selbst.
Der Stein erinnert nur daran.
Fantasiereisen können Kindern einen besonderen Zugang eröffnen
Kinder besitzen häufig eine beeindruckende Vorstellungskraft.
Ein Wald kann in Gedanken zu einem geheimnisvollen Abenteuer werden.
Ein Stein kann plötzlich eine besondere Bedeutung bekommen.
Und eine kleine Geschichte kann ein Gefühl auslösen, das lange im Gedächtnis bleibt.
Fantasiereisen und Entspannungsgeschichten nutzen genau diese Fähigkeit.
Das Kind muss dabei nichts leisten.
Es darf zuhören.
Vorstellen.
Entdecken.
Und seine ganz eigene innere Welt entstehen lassen.
Der Mutknopf für den Alltag
Zum Abenteuer gehört außerdem eine kurze Audioübung: der Mutknopf.
Sie ist bewusst kürzer gehalten als die große Fantasiereise.
Denn schwierige Situationen kündigen sich nicht immer Tage vorher an.
Manchmal braucht ein Kind morgens vor der Schule, vor einem Termin oder vor einer neuen Situation noch einmal einen kleinen Moment für sich.
Der Mutknopf soll dabei helfen, sich an das Gefühl aus der KOBI-Reise zu erinnern.
Ein kurzer Moment.
Ein vertrautes Bild.
Und die Erinnerung:
„Mein Mut ist noch da.“
KOBI ist mehr als eine Geschichte
Zu KOBIs Welt gehören nicht nur die Audioerlebnisse.
Kinder können das Abenteuer auch danach weiterführen.
Mit kleinen Materialien, Ausmalbildern und der Mutkarte bekommt die Geschichte einen Platz außerhalb des Audios.
Das ist bewusst so gedacht.
Denn ein Erlebnis bleibt häufig stärker in Erinnerung, wenn Kinder anschließend noch einmal damit in Berührung kommen.
Vielleicht liegt die Mutkarte irgendwann auf dem Schreibtisch.
Vielleicht wird der Mutstein ausgemalt.
Vielleicht erzählt das Kind beim Abendessen plötzlich vom Baum der Stärken.
Dann lebt die Geschichte weiter.
Und welche Rolle spielen die Eltern?
Eine sehr wichtige.
Eltern möchten ihrem Kind helfen.
Manchmal entsteht dabei jedoch unbewusst Druck.
„Jetzt trau dich doch.“
„Du kannst das doch.“
„Da ist doch gar nichts.“
KOBI soll Eltern keine weitere Aufgabe geben, die sie mit ihrem Kind „abarbeiten“ müssen.
Vielmehr kann die Geschichte einen neuen Gesprächseinstieg schaffen.
Statt:
„Warum hast du denn Angst?“
kann plötzlich die Frage entstehen:
„Was würde KOBI jetzt wohl machen?“
Oder:
„Erinnerst du dich noch an deinen Mutstein?“
Damit bekommt das Kind eine spielerische Möglichkeit, über etwas zu sprechen, das vorher vielleicht schwer in Worte zu fassen war.
Ein kleines Beispiel
Stellen wir uns Mia vor.
Mia ist acht Jahre alt und soll in der Schule zum ersten Mal ein kleines Referat halten.
Schon mehrere Tage vorher sagt sie ihrer Mutter:
„Ich kann das nicht.“
Je näher der Tag kommt, desto häufiger beschäftigt sie sich damit.
Ihre Mutter versucht sie zu beruhigen.
„Natürlich kannst du das. Du hast doch alles gelernt.“
Aber genau das hilft Mia gerade nicht.
Sie weiß, dass sie den Inhalt kennt.
Sie hat trotzdem Angst.
Am Abend hört sie ihre KOBI-Reise.
Später erzählt sie ihrer Mutter vom Baum der Stärken und von ihrem Mutstein.
Am Morgen des Referats ist die Aufregung natürlich nicht einfach verschwunden.
Aber Mia erinnert sich an ihren Mutknopf.
Und vielleicht entsteht genau dort etwas Entscheidendes:
Nicht das Gefühl:
„Ich habe überhaupt keine Angst mehr.“
Sondern:
„Ich bin aufgeregt und ich kann es trotzdem versuchen.“
Das ist Mut.
*Mia ist ein fiktives Beispiel zur Veranschaulichung.
Muss Angst bei Kindern immer behandelt werden?
Nein.
Ängste und Unsicherheiten gehören zur kindlichen Entwicklung.
Nicht jede Sorge und nicht jede schüchterne Phase benötigt therapeutische Unterstützung.
Wichtig ist jedoch, genauer hinzusehen, wenn Ängste sehr stark werden, über längere Zeit bestehen oder das Kind im Alltag deutlich einschränken.
Wenn ein Kind beispielsweise bestimmte Situationen dauerhaft vermeidet, unter starkem Leidensdruck steht oder Schule, Schlaf, soziale Kontakte oder Familienalltag erheblich beeinträchtigt sind, sollten Eltern fachlichen Rat einholen.
KOBI ersetzt keine medizinische, psychotherapeutische oder andere notwendige professionelle Behandlung.
KOBIs Welt ist ein ergänzendes Angebot für Kinder und Eltern, das Entspannung, Fantasie und stärkende Gedanken miteinander verbindet.
Warum KOBI entstanden ist
In meiner Arbeit mit Kindern erlebe ich immer wieder, wie wunderbar Kinder auf Geschichten, Bilder und Fantasie reagieren können.
Manchmal braucht es keine komplizierten Erklärungen.
Manchmal braucht es einen Ort in der Vorstellung.
Eine Geschichte.
Einen kleinen Begleiter.
Und jemanden, der sagt:
„Komm, wir schauen gemeinsam, was schon alles in dir steckt.“
Aus genau diesem Gedanken ist KOBI entstanden.

Eine Welt, die weiterwächst
„KOBI und der verlorene Mut“ ist erst der Anfang.
KOBIs Welt soll weiterwachsen.
Es wird neue Abenteuer und neue Themen geben, immer mit dem Gedanken, Kinder auf eine liebevolle und spielerische Weise zu begleiten.
Denn Kinder müssen nicht immer mutig sein.
Sie müssen nicht immer funktionieren.
Und sie müssen auch nicht alles sofort können.
Aber sie dürfen immer wieder erfahren:
Ich kann wachsen.
Ich darf mir Zeit lassen.
Und manchmal bin ich viel mutiger, als ich selbst gedacht habe.
Willkommen in KOBIs Welt.
Ein Ort für kleine Abenteuer, große Gefühle und den Mut, der manchmal nur wiedergefunden werden muss.
Von Jennifer Zabner-Glahn entwickelt.


















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