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Praxis Zabner · Physiotherapie · Psychologische Beratung · Hypnose · KOBIs Welt

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Verständlich erklärt und mit viel Herz geschrieben.

Krankengymnastik - mehr als ein paar Übungen

vor 5 Tagen
5 Min. Lesezeit

„Sie bekommen Krankengymnastik.“

Diesen Satz hören viele Menschen nach einem Arztbesuch. Auf der Verordnung steht dann häufig einfach nur die Abkürzung KG.

Doch was passiert eigentlich bei einer Krankengymnastik? Werden dort nur ein paar Übungen gezeigt? Muss man auf eine Matte und Gymnastik machen? Oder gehört auch eine Behandlung auf der Therapieliege dazu?

Tatsächlich ist Krankengymnastik wesentlich vielseitiger, als der Begriff vermuten lässt.

Sie kann aktive Übungen, gezielte Bewegungsanleitungen und abhängig vom individuellen Befund, auch passive Behandlungstechniken miteinander verbinden.

Das Ziel: Bewegung erhalten, wiederherstellen oder verbessern und Menschen dabei unterstützen, im Alltag möglichst selbstständig und belastbar zu bleiben.


Übung auf dem Petzziball

Was ist Krankengymnastik?

Krankengymnastik ist eine der grundlegenden Behandlungsformen der Physiotherapie.

Sie kann bei ganz unterschiedlichen Erkrankungen, Verletzungen und Beschwerden eingesetzt werden.


Im Mittelpunkt steht dabei immer die Frage:

Was kann der Patient aktuell und was soll wieder besser möglich werden?


Für den einen bedeutet das, nach einer Operation wieder sicher Treppen steigen zu können.

Für einen anderen geht es darum, den Arm wieder besser anheben zu können.

Ein weiterer Patient möchte nach längeren Rückenbeschwerden wieder belastbarer werden.

Deshalb gibt es nicht die eine Krankengymnastik.

Die Behandlung wird an den individuellen Befund und das jeweilige Therapieziel angepasst.


Wann wird Krankengymnastik verordnet?

Krankengymnastik kann bei sehr unterschiedlichen Beschwerden und Erkrankungen ärztlich verordnet werden.

Dazu gehören beispielsweise:

• Rücken- und Nackenbeschwerden

• Beschwerden an Schulter, Knie oder Hüfte

• Bewegungseinschränkungen

• muskuläre Schwäche

• Beschwerden nach Verletzungen

• Rehabilitation nach Operationen

• altersbedingte Einschränkungen

• bestimmte orthopädische oder neurologische Beschwerden

• Probleme mit Beweglichkeit, Koordination oder Belastbarkeit


Welche Maßnahmen innerhalb der Behandlung sinnvoll sind, entscheidet sich nach dem individuellen physiotherapeutischen Befund.


Was passiert beim ersten Termin?

Eine gute physiotherapeutische Behandlung beginnt nicht einfach mit einer beliebigen Übung.

Zunächst geht es darum, die aktuelle Situation zu verstehen.

Wo bestehen Beschwerden?

Seit wann?

Welche Bewegungen fallen schwer?

Was funktioniert im Alltag nicht mehr so wie vorher?

Welche ärztliche Diagnose liegt vor?

Anschließend können Beweglichkeit, Kraft, Koordination und Bewegungsabläufe betrachtet werden.

Aus diesen Informationen ergibt sich ein physiotherapeutischer Befund.

Er bildet die Grundlage dafür, welche Maßnahmen während der Behandlung eingesetzt werden.


Krankengymnastik bedeutet nicht nur Gymnastik

Der Begriff ist ein wenig irreführend.

Viele Menschen stellen sich unter Krankengymnastik eine Gruppe von Patienten vor, die gemeinsam auf Gymnastikmatten Übungen machen.

Die heutige physiotherapeutische Einzelbehandlung kann jedoch ganz anders aussehen.

Je nach Befund können beispielsweise zum Einsatz kommen:

• aktive Bewegungsübungen

• Kräftigungsübungen

• Mobilisation

• Koordinations- und Gleichgewichtsübungen

• Dehnungen

• funktionelle Bewegungsübungen

• Anleitung für Bewegungen im Alltag

• passive oder unterstützende Behandlungstechniken


Welche Kombination sinnvoll ist, hängt vom jeweiligen Patienten ab.


Übung auf dem Boden

Ein Beispiel aus dem Praxisalltag

Herr Becker*, 63 Jahre, kommt einige Wochen nach einer Knieoperation zur Krankengymnastik.

Die Operation ist gut verlaufen. Trotzdem fühlt sich das Bein noch unsicher an.

Beim normalen Gehen kommt er inzwischen gut zurecht. Treppen sind allerdings ein anderes Thema.

Besonders beim Hinuntergehen hält er sich am Geländer fest und setzt vorsichtshalber immer dasselbe Bein zuerst auf die nächste Stufe.

„Ich habe das Gefühl, dass das Knie mich nicht richtig hält.“

Zu Beginn der Therapie wird deshalb nicht einfach nur das Knie betrachtet.

Wie beweglich ist es?

Wie belastet Herr Becker beide Beine?

Wie kräftig ist die Muskulatur?

Wie sieht sein Gangbild aus?

Und was passiert genau beim Treppensteigen?

In den folgenden Behandlungen werden Beweglichkeit und Kraft gezielt trainiert.

Aber auch das Treppensteigen selbst wird Teil der Therapie.

Zunächst übt Herr Becker unter kontrollierten Bedingungen. Später werden die Anforderungen gesteigert.

Mit der Zeit merkt er, dass sein Bein wieder belastbarer wird.

Noch wichtiger ist jedoch:

Er gewinnt Vertrauen in die Bewegung zurück.

Treppen sind nicht länger etwas, das er möglichst vermeiden möchte.


*Name und Einzelheiten des Fallbeispiels wurden geändert.


Warum aktive Bewegung so wichtig ist

Physiotherapie kann aus unterschiedlichen Behandlungstechniken bestehen.

Doch langfristig spielt die eigene Bewegung häufig eine entscheidende Rolle.

Der Körper passt sich an Belastung an.

Muskulatur kann kräftiger werden. Bewegungsabläufe können trainiert werden. Koordination kann sich verbessern und Beweglichkeit kann durch regelmäßiges Üben unterstützt werden.

Deshalb geht es bei Krankengymnastik häufig nicht nur darum, während des Termins behandelt zu werden.

Patientinnen und Patienten sollen verstehen, was sie selbst tun können.


Muss Krankengymnastik anstrengend sein?

Nicht unbedingt.

Wie intensiv eine Behandlung ist, hängt vom Therapieziel und von der individuellen Belastbarkeit ab.

Nach einer Operation können zunächst sehr kleine Bewegungen im Mittelpunkt stehen.

Bei einem anderen Patienten kann ein deutlich anspruchsvolleres Kraft- oder Koordinationstraining sinnvoll sein.

Physiotherapie bedeutet deshalb nicht:

Je anstrengender, desto besser.

Entscheidend ist vielmehr, dass die Belastung zur aktuellen Situation passt und sinnvoll gesteigert wird.


Frau trainiert mit dem Ball

Was ist der Unterschied zwischen Krankengymnastik und Manueller Therapie?

Diese Frage hören Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten häufig.

Beide Behandlungsformen können sich teilweise überschneiden, setzen jedoch unterschiedliche Schwerpunkte.

Bei der Krankengymnastik spielen aktive Bewegung, funktionelle Übungen, Kraft, Beweglichkeit und Koordination häufig eine zentrale Rolle.

Die Manuelle Therapie ist dagegen eine spezielle physiotherapeutische Weiterbildung und beschäftigt sich besonders mit der Untersuchung und Behandlung von Funktionsstörungen des Bewegungsapparates. Dabei kommen spezielle manuelle Untersuchungs- und Mobilisationstechniken zum Einsatz.

Welche Therapie verordnet wird, richtet sich nach der ärztlichen Diagnose und dem jeweiligen Behandlungsbedarf.


Warum reichen Übungen aus dem Internet nicht immer aus?

Heute findet man innerhalb weniger Sekunden Übungen gegen nahezu jedes Problem.

„Drei Übungen gegen Rückenschmerzen.“

„Die beste Übung für die Schulter.“

„Diese eine Bewegung hilft gegen Knieschmerzen.“

Das Problem:

Zwei Menschen können an derselben Stelle Schmerzen haben und trotzdem völlig unterschiedliche Ursachen, Voraussetzungen und Belastbarkeiten mitbringen.

Eine Übung, die für eine Person sinnvoll ist, muss deshalb nicht automatisch für die nächste geeignet sein.

Physiotherapie bedeutet nicht nur zu wissen, welche Übung existiert.

Entscheidend ist zu erkennen:

Welche Übung passt zu welchem Menschen und zu welchem Zeitpunkt?


Was kann ich selbst zum Therapieerfolg beitragen?

Die Behandlung endet nicht mit dem Verlassen der Praxis.

Wenn Übungen für zu Hause vereinbart wurden, kann regelmäßiges Training dabei helfen, das in der Therapie Erarbeitete weiterzuführen.

Dabei muss ein Heimprogramm nicht zwangsläufig lang sein.

Oft ist es sinnvoller, wenige Übungen korrekt und regelmäßig durchzuführen, als einmal pro Woche ein großes Programm abzuarbeiten.

Auch Bewegung im Alltag kann eine wichtige Rolle spielen.

Spazierengehen, Treppensteigen oder bewusst häufiger die Position zu wechseln können, abhängig vom individuellen Befund, bereits sinnvolle Bestandteile eines aktiveren Alltags sein.


Bewegung bedeutet auch Vertrauen

Nach Schmerzen, Verletzungen oder Operationen entsteht manchmal Unsicherheit.

Darf ich das überhaupt?

Kann mein Knie das schon?

Was passiert, wenn ich mich falsch bewege?

Diese Vorsicht ist zunächst nachvollziehbar.

Sie kann aber dazu führen, dass bestimmte Bewegungen immer stärker vermieden werden.

Physiotherapie kann deshalb auch bedeuten, Bewegungen Schritt für Schritt wieder auszuprobieren und Belastung kontrolliert aufzubauen.

Manchmal ist ein wichtiger Fortschritt nicht nur, dass eine Bewegung wieder möglich ist.

Sondern dass man sich wieder traut, sie auszuführen.


Krankengymnastik in jedem Alter

Physiotherapie ist nicht an ein bestimmtes Alter gebunden.

Kinder und Jugendliche können ebenso davon profitieren wie Erwachsene und ältere Menschen.

Die Ziele unterscheiden sich dabei natürlich.

Bei einem jüngeren Menschen kann die Rückkehr zu Sport oder Beruf im Mittelpunkt stehen.

Bei älteren Patientinnen und Patienten kann es beispielsweise darum gehen, Kraft, Gleichgewicht und Selbstständigkeit im Alltag möglichst lange zu erhalten.


Das gemeinsame Prinzip bleibt:

Die Therapie orientiert sich am Menschen nicht nur an seiner Diagnose.


Behandlung auf der Liege

Krankengymnastik in der Praxis Zabner

In unserer Praxis in Langenhagen behandeln wir Patientinnen und Patienten mit ganz unterschiedlichen Beschwerden und physiotherapeutischen Verordnungen.

Bei der Krankengymnastik steht für uns nicht einfach das Abarbeiten eines standardisierten Übungsprogramms im Vordergrund.

Wir betrachten die individuelle Situation, die vorhandenen Einschränkungen und vor allem die Frage:

Was soll im Alltag wieder besser funktionieren?

Darauf bauen wir die Behandlung auf.

Denn Physiotherapie bedeutet für uns nicht nur, eine einzelne Struktur zu behandeln.

Es geht darum, Bewegung zu verstehen, Fähigkeiten zurückzugewinnen und Menschen dabei zu unterstützen, wieder aktiver und sicherer durch ihren Alltag zu gehen.

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