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Praxis Zabner · Physiotherapie · Psychologische Beratung · Hypnose · KOBIs Welt

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Schroth-Therapie - gezielt gegen die Skoliose arbeiten

11. Sept.
5 Min. Lesezeit

Eine Schulter steht etwas höher, die Taille wirkt auf beiden Seiten unterschiedlich oder beim Vorbeugen fällt eine Veränderung am Rücken auf. Eine Skoliose kann sich auf ganz unterschiedliche Weise bemerkbar machen und gerade bei Kindern und Jugendlichen wird sie manchmal eher zufällig entdeckt.

Doch was bedeutet die Diagnose eigentlich? Und was kann Physiotherapie bei einer Skoliose bewirken?

Eine speziell auf Skoliosen ausgerichtete Behandlungsmethode ist die dreidimensionale Skoliosetherapie nach Schroth. Dabei geht es nicht einfach darum, den Rücken „gerade zu machen“. Vielmehr lernen Patientinnen und Patienten, ihre individuelle Körperhaltung besser wahrzunehmen und aktiv zu beeinflussen.


Eine Frau sitzt auf dem Petzziball

Was ist eine Skoliose?

Bei einer Skoliose ist die Wirbelsäule nicht nur seitlich gekrümmt. Gleichzeitig können einzelne Abschnitte der Wirbelsäule verdreht sein. Deshalb wird eine Skoliose dreidimensional betrachtet.

Je nach Ausprägung können beispielsweise unterschiedliche Schulterhöhen, eine asymmetrische Taille oder Veränderungen im Bereich des Brustkorbs sichtbar werden.

Nicht jede Skoliose verursacht Beschwerden. Besonders bei Kindern und Jugendlichen kann sie zunächst völlig schmerzfrei sein. Gerade während des Wachstums ist es deshalb wichtig, eine bekannte Skoliose regelmäßig ärztlich kontrollieren zu lassen und wenn verordnet physiotherapeutisch zu begleiten.


Was ist die Schroth-Therapie?

Die Schroth-Therapie ist ein physiotherapeutisches Behandlungskonzept, das speziell für Menschen mit Skoliose entwickelt wurde. Im Mittelpunkt steht die individuelle Krümmung der Wirbelsäule.

Denn Skoliose ist nicht gleich Skoliose.

Die Körperhaltung und die Krümmungsmuster können von Mensch zu Mensch unterschiedlich sein. Deshalb werden die Übungen individuell auf die jeweilige Situation abgestimmt.

Patientinnen und Patienten lernen unter anderem, ihre Haltung bewusst wahrzunehmen, bestimmte Bereiche gezielt aufzurichten und korrigierte Positionen zunehmend selbstständig einzunehmen.

Ein weiterer wichtiger Bestandteil ist die spezielle Atemarbeit.



Untersuchung der Wirbelsäule

Warum spielt die Atmung eine so große Rolle?

Atmung und Brustkorb hängen unmittelbar miteinander zusammen.

Durch die dreidimensionale Veränderung bei einer Skoliose kann sich auch der Brustkorb asymmetrisch verändern. In der Schroth-Therapie wird deshalb mit einer gezielten Atemtechnik gearbeitet. Die Atmung wird bewusst in bestimmte Bereiche des Brustkorbs gelenkt und mit den jeweiligen Korrekturpositionen verbunden. Das klingt zunächst ungewohnt und genau deshalb braucht es Anleitung und Übung.

Mit der Zeit entwickeln viele Patientinnen und Patienten ein deutlich besseres Gefühl dafür, wie sie ihren Körper aktiv beeinflussen können.


Was passiert bei der Schroth-Therapie?

Zu Beginn steht die individuelle Situation im Mittelpunkt.

Die Therapeutin oder der Therapeut betrachtet die Haltung und das vorhandene Krümmungsmuster und wählt darauf abgestimmte Übungen aus.


Dabei können verschiedene Elemente miteinander kombiniert werden:

• aktive Haltungskorrekturen

• dreidimensionale Atemtechniken

• gezielte Aufrichtung

• Übungen zur Körperwahrnehmung

• Stabilisation in korrigierten Positionen

• Übertragung der Korrekturen in den Alltag

Ein wichtiger Punkt ist dabei die aktive Mitarbeit.


Anders als bei einer überwiegend passiven Behandlung lernen Patientinnen und Patienten bei Schroth, selbst Einfluss auf ihre Haltung zu nehmen.


Ein Beispiel aus dem Praxisalltag

Mia*, 14 Jahre, kommt gemeinsam mit ihrer Mutter zur Physiotherapie.

Bei einer Untersuchung war aufgefallen, dass ihre Schultern nicht ganz auf gleicher Höhe stehen. Nach der weiteren ärztlichen Abklärung erhält sie die Diagnose Skoliose und eine Verordnung für physiotherapeutische Behandlung nach Schroth.

Mia selbst hat kaum Beschwerden.

Genau das macht die Diagnose für sie zunächst schwer nachvollziehbar.

„Wenn mir nichts weh tut, warum soll ich dann Übungen machen?“


Zu Beginn der Therapie geht es deshalb erst einmal darum, ihre eigene Körperhaltung kennenzulernen. Vor dem Spiegel erkennt Mia zunehmend, welche Unterschiede zwischen beiden Körperseiten bestehen und wie sie ihre Haltung aktiv verändern kann.

Schritt für Schritt lernt sie ihre individuellen Korrekturpositionen kennen. Dazu kommen spezielle Atemübungen und Übungen zur Stabilisation.

Nach einiger Zeit muss sie nicht mehr bei jeder Bewegung darüber nachdenken, was sie tun soll. Sie erkennt ihre Korrekturpositionen schneller und kann einzelne Elemente zunehmend auch im Alltag einsetzen. Das Ziel ist dabei nicht, innerhalb weniger Behandlungen eine vollkommen gerade Wirbelsäule zu erreichen. Vielmehr geht es darum, Mia Werkzeuge an die Hand zu geben, mit denen sie aktiv mit ihrer Skoliose umgehen kann.


*Name und Einzelheiten des Fallbeispiels wurden geändert.


Warum ist das Üben zu Hause so wichtig?

Bei der Schroth-Therapie spielt die regelmäßige Eigenaktivität eine besonders große Rolle.

Die Behandlung in der Praxis vermittelt Techniken, korrigiert die Ausführung und entwickelt die Übungen weiter. Ein wichtiger Teil findet jedoch zwischen den Terminen statt.

Denn neue Bewegungs- und Haltungsmuster müssen wiederholt werden.

Gerade bei Kindern und Jugendlichen kann es hilfreich sein, die Übungen so in den Alltag einzubauen, dass daraus keine riesige zusätzliche Aufgabe entsteht.

Lieber regelmäßig und konzentriert üben als nur gelegentlich ein besonders langes Trainingsprogramm absolvieren. Welche Übungen sinnvoll sind und wie häufig sie durchgeführt werden sollten, wird individuell mit der behandelnden Therapeutin oder dem behandelnden Therapeuten besprochen.


Kind an der Sprossenwand

Schroth-Therapie bei Kindern und Jugendlichen

Skoliosen werden häufig während der Wachstumsphase entdeckt.

Gerade in dieser Zeit kann eine engmaschige ärztliche Begleitung wichtig sein, weil sich die Wirbelsäule noch entwickelt. Je nach Ausprägung der Skoliose können unterschiedliche Maßnahmen notwendig sein. Dazu können Physiotherapie, regelmäßige ärztliche Kontrollen und bei bestimmten Verläufen beispielsweise auch eine Korsettversorgung gehören. Welche Behandlung medizinisch erforderlich ist, entscheidet die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt.

Die Physiotherapie nach Schroth kann einen wichtigen Beitrag dazu leisten, dass junge Patientinnen und Patienten ihren eigenen Körper verstehen und aktiv mit ihrer Haltung arbeiten lernen.


Ist Schroth nur etwas für Jugendliche?

Nein.

Auch Erwachsene mit einer Skoliose können physiotherapeutisch nach Schroth behandelt werden.

Die Ziele können sich allerdings unterscheiden.

Während bei Kindern und Jugendlichen das Wachstum eine wichtige Rolle spielt, stehen bei Erwachsenen je nach individueller Situation beispielsweise Beweglichkeit, Haltung, Belastbarkeit oder der Umgang mit bestehenden Beschwerden stärker im Vordergrund.

Auch hier gilt: Die Therapie orientiert sich nicht allein an einem Röntgenbild, sondern am individuellen Menschen und seiner persönlichen Situation.


Kann Schroth eine Skoliose „wegtrainieren“?

Diese Frage ist besonders wichtig.

Eine strukturelle Skoliose lässt sich nicht einfach durch einige Übungen „wegtrainieren“.

Deshalb sollte auch keine Therapie ein solches Versprechen geben.

Die Schroth-Therapie verfolgt vielmehr das Ziel, die individuelle Haltung aktiv zu beeinflussen, Körperwahrnehmung und Stabilisation zu fördern und den Umgang mit der Skoliose zu verbessern. Welche Veränderungen im Einzelfall möglich sind, hängt unter anderem von Alter, Wachstum, Ausprägung und Verlauf der Skoliose ab.

Physiotherapie ist dabei häufig ein Baustein innerhalb eines umfassenderen Behandlungskonzeptes.


Von der Therapie in den Alltag

Eine der spannendsten Fragen lautet deshalb nicht nur:

„Kann ich die Übung richtig machen?“

Sondern auch:

„Kann ich das Gelernte im Alltag nutzen?“

Wie sitze ich am Schreibtisch?

Wie richte ich mich auf?

Wie nehme ich meinen Körper wahr?

Welche Korrektur kann ich selbstständig einsetzen?


Genau hier zeigt sich ein wichtiger Gedanke der Schroth-Therapie: Patientinnen und Patienten sollen ihre Skoliose nicht nur während des Physiotherapietermins „behandeln“, sondern zunehmend verstehen, was sie selbst beeinflussen können.


Schroth-Therapie in der Praxis Zabner

In unserer Praxis in Langenhagen bieten wir physiotherapeutische Behandlung nach Schroth für Menschen mit Skoliose an.

Dabei steht die individuelle Situation im Mittelpunkt. Wir schauen auf das persönliche Krümmungsmuster, vermitteln entsprechende Korrekturen und erarbeiten Übungen, die auch außerhalb der Therapie umgesetzt werden können.

Besonders bei jungen Patientinnen und Patienten ist uns wichtig, verständlich zu erklären, warum eine bestimmte Übung gemacht wird.

Denn wer seinen Körper versteht, kann lernen, bewusster mit ihm umzugehen.


Unser Ziel: nicht einfach Übungen vorgeben, sondern Bewegung verstehen, Körperwahrnehmung fördern und Patientinnen und Patienten dabei unterstützen, selbst aktiv zu werden.



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